Rucksacktest: Tatonka „Trillian“

Outdoor-Reporter Linus Walter testete im Wildwuchs-Mediencamp den Alltags- und Arbeitsrucksack „Trillian“ von Tatonka. Auf eine kleine Geocaching-Tour nahm er Laptop und Kamera mit. Hier lest Ihr seinen Testbericht:

Ich habe den großformatigen Büro-Tagesrucksack „Trillian“ im Thüringer Wald unter sonnigen Wetterbedingungen getestet. Dazu belud ich ihn mit Laptop, Kamera, einer Jacke und zahlreichen Büroutensilien. Die 24 Liter Fassungsvermögen bieten viel Platz. Nach meiner mehrstündigen Wanderung kam ich zu dem Schluss, dass der Tragekomfort trotz Gewichts meiner Ausrüstung sehr hoch war. Der Rucksack sitzt dank der Kompressionsriemen sehr gut und fest am Körper. Die Rückenpolster ermöglichen eine gute Belüftung. Durch die breiten, geschwungenen Schultergurte sind auch längere und schwere Belastungen kein Problem. Und zur Not kann man damit auch mal einem Bus hinter her rennen.

Beim Aus- und Einpacken analysierte ich sein Platzangebot und verbunden damit seine Funktionalität. Die Einteilung der Taschen ist zweckmäßig gut durchdacht, übersichtlich und geräumig. Wichtige Utensilien wie Handy oder Schlüssen sind schnell griffbereit. Vor allem das Frontfach bietet eine gute Möglichkeit, Schreibutensilien sicher unterzubringen. Allerdings habe ich eine Flaschenhalterung sehr vermisst. Optisch ist der „Trillian“ sehr schlicht und modern gehalten. Er fällt nicht als Outdoor-Rucksack auf. Ein treuer Begleiter in Beruf und Freizeit.
Funktional eignet sich der Rucksack für den Transport von Heftern, Ordnern, Laptops und anderen Kleinstgegenständen. Durch seine relative Wetterfestigkeit kann er auch bei leichtem Regen verwendet werden. Somit kann man der Rucksack sehr gut für die Arbeit im Freien oder für die Fahrradfahrt ins Büro benutzen.

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Mit dem Mediennachwuchs zwischen Fichten und Felsen

Aktivwellness.de-Reporter Andy Dietrich und Henryk Balkow begeisterten in den Osterferien 2011 in einem bisher einzigartigen Outdoor-Camp für junge Journalisten und Medienmacher den Nachwuchs für Funsport und gesunde Lebensweise mit und in der Natur. Im „outdoor inn“ Sonneberg richteten sie ihr Medienzentrum ein und entdeckten von dort aus das Abenteuer im Freien.


Zweifelsohne ist die Anreise nach Sonneberg im Thüringer Wald etwas abenteuerlich. Ob mit dem Zug oder dem Auto, die kleine Spielzeug-Stadt an der bayrisch-thüringischen Grenze liegt dafür aber unglaublich idyllisch und sonnig nahe dem Rennsteig und dem „grünen Band“. Der junge medien thüringen – junge presse thüringen e.V. fördert seit 20 jahren in Thüringen den Mediennachwuchs. Von Schülerzeitungsredakteuren über Blogger bis hin zu jungen Filmemachern trifft sich hier der Mediennachwuchs. Als „dreckiges Dutzend“ veranstalteten sie erstmalig das Mediencamp „Wildwuchs“, um Nachwuchs-Reporter für das Recherchieren, Verfassen, Fotografieren und Filmen von Erlebnis-Reportagen auszubilden und zu infizieren. „Bei solchen Mediencamps vermitteln wir aber nicht nur Medienkompetenz und journalistisches Handwerk. Wir beschäftigen uns auch immer mit wichtigen Themen, zu denen wir gemeinsam recherchieren“, erklärt Medienpädagoge Denny Willmann. „Im Wildwuchs-Camp wollen wir bei den jungen Medienmachern und denjenigen, die sie über ihre Blogs, Schülerzeitungen, Filme und soziale Netzwerke erreichen die Neugier für Sport und Abenteuer in der Natur sowie eine gesunde Lebensweise wecken“, bekräftigt Willmann, der sechs Jahre zur See fuhr und deshalb von den Teilnehmern des Camps liebevoll „Seebär“ genannt wird.

Zusammen mit Pia aus Hamburg, Marie, Linus, René, Sven, Till, Ben aus Erfurt, Antonia aus Leinefelde, Jonas aus Friedrichroda und den beiden Aktivwellness-Reportern war er 4 Tage in und um Sonneberg als Wildnis-Medienpädagoge.  Die jüngsten Outdoor-Reporter waren 15 Jahre jung. Mit gesponserten Tickets von der DB Regio kamen sie umweltbewusst mit Nahverkehrszügen in Thüringens Süden an.

Nach der Ankunft am ersten Tag aus allen Himmelsrichtungen starteteten sie am folgenden Tag mit den Grundlagen und Grundsätzen journalistischer Recherche für Zeitungen, Blogs, Internet-Videokanäle und TV durch Trainings von den Medienprofis. Die Sonne lachte in Sonneberg während des gesamten Wildwuchs-Mediencamps. Da machten die Recherchen bei Outdoor-Aktivitäten gleich noch mehr Spaß. Am Nachmittag testeten die jungen Reporter für ihre Recherchen das Bogenschießen, Klettern und Feuermachen in der Natur. Outdoor-Trainer Ina, Axel und Uwe aus dem „outdoor inn“ standen als Coachs und Interviewpartner zur Verfügung. Ununterbrochen klickten und filmten Foto- und Videokameras.

„Es war körperlich schon ziemlich anstrengend, aber ich hätte nie gedacht, dass sowas so viel Spaß machen kann“ resümierte René Rink erschöpft. Nach der Stärkung am Abendbrotstisch ging es wieder zurück in’s Medienzentrum, das eigens für das Mediencamp in der riesigen Grillhütte des „outdoor inn“ errichtet wurde. Die vielen Informationen, Bilder und Videos mussten noch gesammelt, gesichtet, sortiert und bearbeitet werden. Im eigenen Blog „Wildwuchsmediencamp“ werden die vielen Berichte, Reportagen, Bilder und Videos nach und nach veröffentlicht. Am dritten Tag wurde die Redaktionsarbeit im Medienzentrum den ganzen Vormittag noch fortgesetzt. Saubere journalistische und künstlerische Arbeit braucht Zeit und die vergeht schnell, wenn man mit Leidenschaft dabei ist. Am Nachmittag sah das „dreckige Dutzend“ wieder Tageslicht. Die Outdoor-Trainer wiesen die Redaktion in das Geocaching ein. In vier Teams haben die jungen Redakteure zudem Test-Rucksäcke von „Tatonka“ und „The North Face“ ausprobiert, um darüber später journalistische Erfahrungsberichte zu verfassen. Am Zielort mussten die 4 Teams wieder zusammenarbeiten und eine Seilbrücke über eine Schlucht mit Weiher bauen. Eine schwierige und nicht ungefährliche Aufgabe. Anschließend fuhren die Reporter mit Outdoor-Experte Axel Müller auf Conference Bikes jeweils zu siebt an einer Kette durch die schöne Stadt Sonneberg, vorbei am Deutschen Spielzeugmuseum und mit nur einem Gang über Berg und Tal.

Mit vielen Emotionen und Material kamen die jungen Medienmacher wieder zurück in ihr Medienzentrum. Erneut musste Material für die Veröffentlichungen aufgearbeitet werden. Nach dem Abendbrot standen neben einem Lagerfeuer noch Zelttests auf dem Programm. Die Medienprofis erklärten, wie journalistisch und beinahe wissenschaftlich Produkte getestet werden müssen. Auf Zeit bauten die Teilnehmer Zelte von Vaude, The North Face, Salewa und Outwell auf. Die Testberichte hierzu stehen im Wildwuchsmediencamp-Blog.

Nach einer Nacht im Zelt und Frühstück auf der Bergwiese verlagerte die Redaktion ihren Mittelpunkt wieder in das Medienzentrum. Ernährungstrainerin Yvonne Kaufmann wurde von der Krankenkasse AOK Plus geschickt, um die jungen Reporter über gesunde Ernährung, insbesondere bei Menschen, die sich viel und gern bewegen, aufzuklären. Gemeinsam wurde ein vegetarischer Eintopf zubereitet und verspeist. Nach letzten Redaktionsarbeiten endete das Camp schneller, als es den 12 Outdoor-Freunden lieb war. Die vielen Medienbeiträge im Internet und ihren Schülerzeitungen werden sie noch lange erinnern. Das Widlwuchs-Camp wird sie aber noch noch lange prägen, weiß Denny Willmann und freut sich auf die Fortsetzung.

„Ausgewogenheit ist das Wichtigste bei gesunder Ernährung“

von Linus Walter (15) aus Erfurt

Ein gesunder Mensch, der sich bewegt, braucht auch Energie. Aber was isst man, wenn man sich dabei auch gesund ernähren möchte? „Sich gesund ernähren heißt, dass man ein ausgewogenes Verhältnis an Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten zu sich nimmt“, erklärte uns Ernährungscoach Yvonne Kaufmann von der AOK Plus beim gemeinsamen Kochen eines vegetarischen Eintopfs. Dabei sei es wichtig, mehrmals am Tag kohlenhydrathaltige Produkte, mindestens einmal am Tag eiweißhaltige Produkte und sehr wenig fetthaltige Produkte zu essen.

Wer überschüssiges Fett loswerden möchte, sollte abends möglichst keine oder wenige Kohlenhydrate auf dem Tisch tafeln, da sie den Insulinspiegel oben halten und dieser wiederum verhindert, dass Fett über Nacht im Körper verbrannt wird.

Weiterhin sollte man seine Nahrungsaufnahme auf drei Hauptmahlzeiten am Tag beschränken, weil sonst dauerhaft Insulin produziert wird und dies zu Diabetes führen kann. Doch natürlich gehören nicht nur Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette zu einer gesunden Ernährung.

Der Körper benötigt auch die in Obst und Gemüse enthaltenen Vitamine und Ballaststoffe, die unverzichtbar für unsere Gesundheit sind. Vitaminen bestimmen, ob Vorgänge in unseren Körperzellen angeregt oder gehemmt werden. Sie sind also sozusagen Reglerstoffe. Ballaststoffe wiederum sind sozusagen Feststoffe, die im Magen aufquellen und äußerst verdauungsfördernd sind. Sie verhindern die berüchtigten Verstopfungen und senken das eigene Darmkrebsrisiko. Fertiggerichte sollte man so wenige wie möglich verspeisen, da in diesen meistens Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker verwendet werden. Diese Zusatzstoffe werden meistens als E-Stoffe angegeben und die meisten Leute wissen sowieso nicht, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt. Aber auch mit den eigentlichen Namen der Stoffe kann kaum einer etwas anfangen. Deshalb sollte man sich den Spruch „Du bist was du isst“ zu Herzen nehmen und seine Mahlzeiten möglichst selbst kochen. Denn wer will schon ein Geschmacksverstärker oder ein Konservierungsstoff sein? 😀
Ein hochbrisantes Thema, wenn es um Ernährungsfragen geht, ist auch die Frage, ob die fleischlose Form der vegetarischen Ernährung für unseren Körper gut ist oder nicht. Die vegetarische Ernährung ist vom Grundsatz her nicht schädlich für den Körper, da durch die fleischlose Ernährung höchstens ein Eisenmangel auftritt, welcher aber durch den Verzehr von diversen anderen Nahrungsmitteln wie Kürbiskernbrot, Sojabohnen oder Steinpilzen ausgeglichen wird. Somit ist der Verzicht auf Fleisch gesundheitlich unbedenklich und kann ruhig weiter empfohlen werden. Aber wie immer bei Lebensmitteln kommt es auf Frische und Qualität an. Drum prüfe, wer gut speisen und gesundbleiben will.


Gesunde Ernährung ist im Grundsatz nicht schwer. Somit sage ich nur eins:
GUTEN APPETIT

Mit dem Minibus auf die Wiese

(Pia Amerongen, 15 Jahre)

Ich habe das Drei-Frau-Zelt Minibus 33 von North Face getestet. Der Aufbau des Zeltes durch zwei Frauen ohne Anleitung dauerte entgegen aller Erwartungen und Ansagen nur 10 Minuten. Und es wäre sicherlich noch schneller möglich gewesen, wäre der Aufbau der Gestängekonstruktion nicht so ungewöhnlich neumodisch. Statt dem herkömmlichen Kuppelzelt mit gekreuzten Stangen, war unser Gestänge parallel angeordnet, sodass sich eine Art Tunnel bildete. Zwei Frauen für den Aufbau waren ideal, doch eine allein hätte diese Aufgabe nicht bewältigen können. Die Stangen wollten nicht in ihrer ihnen zugedachten Position bleiben. Die Verbindungsstangen alleine anzubringen wäre folglich einigermaßen kompliziert gewesen. Doch der Aufbau der Gestängekonstruktion war nicht die einzige Verbesserung im Vergleich zu einem typischen, kostengünstigen Discount-Zeltchen. Es gab zudem geringfügige Erneuerungen bei der Fixierung der Zeltplane an den Stangen.


Das Zelt ist aufgebaut klein und wie ein rechteckiger Kasten geformt, sodass es ein bisschen wie ein überdimensionierter Bauklotz wirkt. Im Inneren ist Platz für drei Personen, unter der Bedingung, dass man keine Berührungsängste hat. Das Zelt hat viele kleine Taschen an den Zeltwänden verteilt und zudem für Nachtschwärmer etliche Bändchen zum Befestigen von Lampen.

Zusammengebaut misst es rund 45 Zentimeter in der Länge und 15 im Durchmesser und ist somit ein perfekter Lückenfüller bei Wanderungen.

Ein sportliches Mediencamp

(Antonia Pfaff, 19 Jahre)

Sonntag, 16.30 Uhr, Sonneberg. Nach knapp 2,5 Stunden Autofahrt traf ich pünktlich im „Outdoor Inn“ ein. In den nächsten drei Tagen werden elf junge Medienmacher und ich die Chance haben, als Nachwuchs – Reporter in die Welt des Journalismus einzutauchen. Als zusätzliches Highlight bekommen wir einen Einblick in ganz verschiedene Outdoor – Sportarten.


Der Montagvormittag stand im Zeichen der ersten Redaktionskonferenz. Nach einer kurzen Einweisung durch die Trainer des junge medien thüringen e.V. wurden auch schon die ersten Rollen verteilt und es wurde ernst. Einige schnappten sich die Kamera, andere fotografierten, manche packten auch gleich die Diktiergeräte. Der Auftrag war klar: Dokumentieren, Recherchieren und natürlich viel Spaß haben.

Nach dem Mittag begannen die ersten Outdoor-Abenteuer. Den Anfang bildete das Bogenschießen. Wir ergriffen die Bögen und probierten uns aus. Jeder Anfang ist schwer, doch es klappte dann doch ganz gut. Die Einführung für den Outdoor – Sport bekamen wir von Ina Müller, Trainerin des Outdoor Inn. Mit einer Engelsgeduld zeigte sie uns wieder und wieder, wie wir am besten stehen und was wir beachten sollten. Ina schätze unsere Gruppe aber alles in allem als sportlich ein und erkannte sofort unser Potential, ein wichtiger Trost für mich. Weiter gings zum Klettern. Wir Medienjünger mussten eine gefühlte 30 Meter hohe Kletterwand bewältigt. Auch hier gab es anfängliche Komplikationen, die aber rasch überwunden werden konnten. Am Ende hatte es dann doch jeder geschafft, sich todesmutig der Wand zu stellen. Als ich, vermeintlich sicher, wieder auf festem Boden stand, wirkte ich unsicherer als an der Wand. Das Adrenalin schoss in jede Pore und mein Körper zitterte. Das letzte Abenteuer dieses Tages bestand darin, in der Wildnis ein Feuer zu entfachen, selbstverständlich ohne Feuerzeug und Streichhölzer. Eine Methode wäre, an einer Batterie mit Hilfe von Stahlwolle einen Kurzschluss zu erzeugen, doch wer hat das im Gelände schon dabei. Eine plausiblere war dann schon die altbewährte Lupe oder gern auch eine Brille. Ein Tipp vom Outdoor-Experten: Tampons entzünden hervorragend.

Nach dem Abendbrot, körperlich völlig erschöpft, begannen wir schon das Material zu sichten, Bilder zu ordnen und erste Blog-Einträge zu schreiben. Der Abend kostete natürlich Kraft und deshalb trug es mich bereits sehr früh ins Bett.

Am Dienstag war der Höhepunkt ein kleiner Marsch mit GPS – Geräten. Im Anschluss bauten wir eine Seilbrücke und stürzten uns waghalsig die rund 10 Meter in die Tiefe. Auch hier wurden wir von Ina tatkräftig unterstützt. Ein Abenteuer sicher überstanden folgte gleich das nächste – eine Conference Biking-Tour durch Sonneberg. Das rote Gefährt. Axel, der Inhaber vom Outdoor Inn und eine weitere Mitarbeiterin fuhren mit uns durch Sonneberg und wir bekamen eine kleine Stadtführung auf 4 Rädern. Nach dem Abendbrot sichteten wir wieder Material, begannen schon Videosequenzen zu schneiden, und erweiterten die Blogs. Der Tag klang mit Lagerfeuer, Grillen und Zelten aus.


Zusammenfassend war es nicht nur ein Exkurs in die Welt des Journalismus, sondern auch in die Welt des Sports – outdoor.
Es entstand sehr schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl, denn es wurde nur im Gruppenrahmen gearbeitet. Sei es in Zweierteams, beim Fotografieren, Filmen oder Interviewen, als auch beim Klettern, zur gegenseitigen Sicherung bis hin zum Conference–Biking.
Die Erlebnisse von uns Nachwuchs – Reportern haben wir in schriftlicher Form, Bild und Video auf unserem Blog www.wildwuchsmediencamp.wordpress.com festgehalten. Zum einen für uns, als schöne Erinnerung, aber auch für die, die nicht dabei waren, sich aber für ähnliche Projekte interessieren.

„Einfach mal auf’s Murmeltier schießen!“

 (Jonas Redlich, 15 Jahre)

Es geht los: die erste Sportart, die wir heute erleben dürfen, steht fest – Bogenschießen. Die Bögen werden gespannt, die Pfeile werden rangeholt. Im Vorfeld erklärt uns Ina, freundliche Outdoor-Expertin und unsere Begleitung des heutigen Tages, die richtige Technik. Sicherheit geht eben vor. Jeder feuert ein paar Probeschüsse ab. Die ersten Pfeile fliegen natürlich erstmal am Ziel vorbei, aber früher oder später hat nun jeder den Dreh raus. Es folgt ein Wettbewerb: Der Gewinner darf sich vom Verlierer beim Abendbrot bedienen lassen. Andy und René streiten sich schon darum, wer heute Abend bedient, aber nun komme ich. Nach meinen ersten Schüssen weiß ich jetzt, dass das Bogenschießen nicht meine Paradedisziplin ist. Wie sich herausstellt, bin ich auch der, der heute Abend bedient, denn ich treffe weder die Zielscheibe noch die Ente oder das Murmeltier. Sven drückt sich während des ganzen Wettbewerbs, da er Angst hat zu verlieren. Das stellt sich später am Lagerfeuer heraus. Auch wenn ich nicht sehr erfolgreich bin, macht es mir trotzdem Spaß, denn heute ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit einem richtigen Bogen schieße.

Jetzt geht’s auf zum Klettern – eine rund zehn, gefühlt natürlich dreißig Meter hohe Wand sollte erklommen werden. Manche haben schon vorher Angst. Erst wird uns die Sicherung erklärt und die ersten wagen sich in die Höhe. Dass es von unten einfacher aussieht als es letztendlich ist, hat dann fast jeder festgestellt, als die ersten Wagemutigen an der Kletterwand hängen. Das betrifft vor allem Andy, der nach der Hälfte verzweifelt. Ansonsten schafft es jeder bis nach ganz oben. Irgendwann folgt dann der zweite Versuch von Andy und nun schafft er es und steht am Ende doch nicht als Verlierer da. Pia bestätigt, nachdem sie wieder den Boden betritt, dass es ein unglaublich schönes Gefühl sei zu klettern, auch wenn sie erstmal ihre Höhenangst überwinden musste.

Auf zur Feuerstelle, denn jetzt wird uns erklärt, wie man ohne Feuerzeug oder Streichholz Feuer macht. Da man ja nicht immer eine Batterie und Stahlwolle zur Hand hat, sollte man auch auf andere Mittel zurückgreifen können, zum Beispiel eine ganz normale Brille. Andere Varianten sind der Feuerstein und die Lupe. Wie man damit etwas anbrennt, wird uns auch noch praktisch vorgeführt, was für mich sehr interessant ist, da ich meistens ein Feuerzeug zum Anzünden benutze.

Dann gibt uns der Trainer noch den Tipp, dass man ein Lagerfeuer mit einem Tampon entflammen kann. Das wird dann abends auch gleich von Marie ausprobiert, denn sie soll das Feuer zum Brennen bringen, während Denny und Andy das restliche Holz holen. Es folgt ein Abend am Lagerfeuer mit leckeren Getränken und Schokolade.

Outdoor – Abriss

(Pia Amerongen, 15 Jahre)

Sobald sich die Hanteln statt unter dem Bett im Park und im besten Falle auch in einer Hand befinden, ist das Outdoorsport. Oder nicht? Bei Outdoorsport denkt man weniger an Walking im Park als an todesmutiges Klettern in den Alpen in Jack Wolfskin-Klamotten und mit Schuhen, die sich an der Grenze zwischen albern und sportlich befinden. Ist Outdoorsport also nur sportlich wirkende Bewegung in dementsprechenden Klamotten mit einer Einstellung, die alles zu einem Abenteuer werden lässt?

Axel Müller, 38 Jahre alt, Outdoorexperte und Inhaber des Outdoor Inn in Sonneberg, definiert Outdoorsport kurz und knapp als jeglichen Sport, der draußen stattfindet. So ist seiner Meinung nach Tai Chi im Park genauso berechtigt wie Wandern in den Alpen den Namen Outdoorsport zu tragen, wobei man seiner Meinung nach mit den Begriff Outdoor sehr viel weniger verbindet als jeglichen Draußensport. Outdoor sei ein schwammiger Begriff, der nicht klar definiert ist und der nach Abenteuer und fremden Gegenden klingt, so der Experte. Die Faszination des Outdoorsports und besonders die Beliebtheit der einschlägigen  Allwetter-Klamotten erklärt er sich nicht nur mit den funktionellen Vorzügen, die in der Großstadt ja weniger gebraucht werden, sondern eher mit dem damit einhergehenden Freiheitsgefühl und der Naturverbundenheit. In einer Zeit der Hektik und Koffein-Tabletten sucht der Mensch seine Wurzeln, die nicht in Betonstädten, sondern in der Natur liegen und die ihn dazu verleiten, sich in Kunstfaserkleidung zu hüllen und in Situationen zu begeben, in denen man Freunden sein Leben anvertrauen muss (oder man es sich wenigstens überlegen sollte). So hat Outdoor seine Anhänger überall. Selbst dort, wo es nicht von Nöten wäre, prägt die markante Wolfstatze das allgemeine Stadtbild.

Doch Outdoorsport bedeutet weit mehr als mit einer Jack Wolfskin-Jacke durch die Innenstadt zu dackeln, davon durfte ich mich im April in Sonneberg selbst überzeugen. Ganz ohne Markenklamotten, sondern mit Stoffturnschuhen bekleidet, bauten wir eine Seilbrücke über ein rund 15 Meter tiefes und 25 Meter breites Tal, in dessen Mitte sich ein kleiner, schmutzig erscheinender Teich befand. Sage und schreibe drei Seile, eine Y-Sicherung und ein Geschirr hatten wir zur Verfügung – und man hätte es nicht gedacht, aber wir haben den Teich überquert. Mit Anlauf wurde der Sturz in die Tiefe begonnen, mit Schwung folgte ein spektakulärer Flug über die schöne Landschaft und ein selten anmutig wirkendes Landen auf der anderen Seite, bei den wenigsten klappte das allerdings. Oftmals wurde aus dem Flug ein Fall und aus dem Landen ein Heranziehen. „Hätte ich doch vorher Red Bull getrunken, dann hätte ich jetzt Flügel und müsste nicht hier runterspringen“, brachte Henryk, der Leiter des Ganzen, seine Gefühle auf den Punkt.

Stilecht gehört zum Outdoorsport auch Zelten.  Die Aufbauzeiten variierten von 30 Sekunden für ein Hin-und-fertig-Zelt und 15 Minuten für ein hochmodernes, ultraschickes und total kompliziertes Zelt, das aufgrund der außen liegenden Stangen wie falsch herum aufgebaut wirkt. Doch hier dominierten dann wieder die bekannten Marken. Zwar war keines der Zelte mit der Tatze verziert, doch eine wunderschöne Berglandschaft wies eines von ihnen als qualitativ hochwertig aus, was nicht heißt, dass es leichter aufzubauen war.

Ganz in dem Sinne unserer wölfischen Marke waren wir drei Tage „Draußen zu Hause“.